Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2017 - AllFaktor AG Treuhand, Unternehmensberatung

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Das Bruttoinlandprodukt im 2. Quartal 2017

Bern, 05.09.2017 - Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz wuchs im 2. Quartal 2017 um 0,3 %.* Das verarbeitende Gewerbe, der Finanzsektor und das Gastgewerbe stützten das Wachstum massgeblich. Der Handel, die öffentliche Verwaltung und der Gesundheitssektor entwickelten sich hingegen schwach. Verwendungsseitig wurde das Wachstum durch die inländische Nachfrage getragen: Positive Impulse kamen sowohl vom Konsum als auch von den Investitionen. Die Handelsbilanz trug hingegen negativ zum BIP-Wachstum bei. Die vorliegende Quartalsschätzung beruht auf den aktuellen, revidierten Jahreszahlen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ab 1995.
                             
Das BIP der Schweiz wuchs im 2. Quartal 2017 um moderate 0,3 %. Im Vergleich zum 1. Quartal (revidiert +0,1 % statt +0,3 %) entspricht dies einer leichten Beschleunigung. Auf der Produktionsseite des BIP trugen im 2. Quartal sowohl die Industriebranchen als auch einzelne Dienstleistungsbranchen zum Wachstum bei.

Das verarbeitende Gewerbe (+0,9 %) erzielte ein Wachstum über dem historischen Mittel, konnte aber nicht ganz an die Dynamik des Vorquartals anknüpfen. Darüber hinaus stieg die Wertschöpfung in der Energiebranche spürbar an (+2,2 %). Zwei wichtige Dienstleistungsbranchen wuchsen im 2. Quartal ebenfalls deutlich: das Gastgewerbe (+3,4 %), das im Vorquartal nur verhalten expandiert hatte, und der Finanzsektor (+2,7 %). Letzterer Sektor knüpfte somit, nach einem negativen 1. Quartal, an den positiven Verlauf der zweiten Jahreshälfte 2016 an. Einige andere Dienstleistungsbranchen entwickelten sich dagegen schwach. Im Handel (-0,2 %), in der öffentlichen Verwaltung (-0,1 %) und im Gesundheitssektor (-0,1 %) war die Wertschöpfung leicht rückläufig. Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (+0,0 %) stagnierte sie.

Auf der Verwendungsseite des BIP stützte die inländische Endnachfrage das Wachstum. Der private Konsum (+0,2 %) wuchs moderat, getragen insbesondere von den Bereichen Gesundheitspflege, Wohnen und Energie sowie Restaurants und Hotels. Die Konsumausgaben für Bekleidung und Schuhe sowie Möbel und Innenausstattung waren dagegen rückläufig. Der Staatskonsum (+0,3 %) erhöhte sich ebenfalls. Die Dynamik der Ausrüstungsinvestitionen (+0,3 %) schwächte sich gegenüber dem Vorquartal spürbar ab. Positive Impulse kamen von den Rubriken sonstige Fahrzeuge und Dienstleistungen EDV, während die Investitionen in Maschinen und Automobile rückläufig waren. Die Bauinvestitionen (+0,8 %) gewannen nach zwei schwächeren Quartalen an Fahrt.
Die Handelsbilanz mit Waren  und Dienstleistungen trug im 2. Quartal per Saldo negativ zum BIP-Wachstum bei. Die Warenexporte** (+0,5 %) wuchsen, nach einem sehr starken Vorquartal, schwach aber immerhin breit abgestützt. Positiv entwickelten sich insbesondere die Exporte von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie. Die Dienstleistungsexporte (-0,3 %) waren leicht rückläufig. Zwar stiegen die Exporte von Finanzdienstleistungen an, doch der Rückgang bei den Exporten von Transportdienstleistungen sowie von Lizenzen und Patenten überwog. Gleichzeitig stiegen die Warenimporte** (+5,5 %) deutlich an, massgeblich getrieben durch stark gewachsene Importe von Chemie- und Pharmaerzeugnissen. Die Dienstleistungsimporte (+1,7 %) wuchsen ebenfalls, u.a. infolge gestiegener Importe an Telekommunikations- und Informatikdiensten sowie an Forschung und Entwicklung.

Die vorliegende Quartalsschätzung der VGR beruht auf den aktuellen VGR-Jahresdaten des Bundesamtes für Statistik, die im Sommer 2017 einer erweiterten Revision unterzogen wurden. Dies betrifft sowohl die Niveaus als auch die Wachstumsraten verschiedener Zeitreihen der VGR ab 1995. Das SECO hat wo nötig Anpassungen bei den Verfahren zur Quartalisierung vorgenommen. Die konjunkturelle Interpretation der VGR-Daten am aktuellen Rand ist im Wesentlichen unverändert geblieben.
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